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Welche Vorteile hat die Sauna? Wer regelmäßig in die Sauna geht, kennt das herrliche Gefühl danach. Man ist vollkommen entspannt und schläft in dieser Nacht deutlich besser. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge bewirkt die Wärme in deinem Körper jedoch möglicherweise mehr, als du denkst.
Eine große wissenschaftliche Übersichtsarbeit wertete Dutzende Studien zur traditionellen finnischen Sauna aus – mit bemerkenswerten Ergebnissen. Regelmäßige Saunabesuche wurden unter anderem mit einem niedrigeren Blutdruck und einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Gedächtnisprobleme in Verbindung gebracht.
Viele Ergebnisse stammen aus Untersuchungen, in denen Menschen über mehrere Jahre hinweg beobachtet wurden. Solche Studien zeigen einen Zusammenhang, beweisen aber nicht, dass die Sauna selbst die Ursache ist. Menschen, die häufig in die Sauna gehen, bewegen sich beispielsweise möglicherweise auch mehr oder ernähren sich anders.
Welche Vorteile der Sauna sind also wissenschaftlich belegt?
Ihr Blutdruck kann vorübergehend sinken
In der Sauna wird dein Körper sehr warm. Deine Blutgefäße weiten sich, sodass mehr Blut zu deiner Haut fließen kann. Dadurch kann dein Blutdruck sinken. In einer Untersuchung mit hundert Männern und Frauen, die mindestens einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufwiesen, sank der durchschnittliche Blutdruck nach einem dreißigminütigen Saunagang. Der obere Wert sank im Durchschnitt von 137 auf 130, der untere von 82 auf 75. Dieser Effekt war in der ersten halben Stunde nach dem Saunagang teilweise weiterhin vorhanden.
Hast du von Natur aus einen niedrigen Blutdruck? Dann steh langsam auf und nimm dir ausreichend Zeit zum Abkühlen. So verringerst du das Risiko, dass dir schwindelig wird.
Ihr Herz erhält ein kleines Training
Während eines Saunagangs kann deine Herzfrequenz auf etwa 120 bis 150 Schläge pro Minute steigen. Das entspricht ungefähr dem, was beim zügigen Gehen oder bei einer anderen mäßig intensiven Belastung passiert.
Trotzdem ist das Sitzen in der Sauna nicht dasselbe wie Sport. Deine Muskeln sind kaum aktiv, und du baust dadurch weder Ausdauer noch Muskelkraft auf. Betrachte die Sauna daher nicht als Ersatz für Bewegung. Gerade die Kombination scheint interessant zu sein: In finnischen Studien hatten sportliche Menschen, die häufig in die Sauna gingen, die günstigsten gesundheitlichen Ergebnisse.
Ein Spaziergang oder eine Radtour vor dem Saunabesuch ist also vielleicht gar keine schlechte Idee.
Ihre Blutgefäße werden möglicherweise elastischer
Forscher stellten nach einem Saunabesuch außerdem eine verbesserte Elastizität der Arterien fest. Flexible Blutgefäße können sich leichter anpassen, wenn dein Körper mehr oder weniger Blut benötigt. Steife Blutgefäße werden dagegen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass regelmäßige Saunagänge möglicherweise auch Entzündungen, den Cholesterinspiegel und die Innenauskleidung der Blutgefäße beeinflussen. Wie groß und wie langfristig diese Effekte sind, muss noch genauer untersucht werden.
Häufige Saunabesuche wurden mit einem geringeren Schlaganfallrisiko in Verbindung gebracht
Eine der auffälligsten Studien begleitete 1.628 finnische Männer und Frauen etwa 15 Jahre lang. Menschen, die vier- bis siebenmal pro Woche in die Sauna gingen, hatten ein etwa 62 Prozent niedrigeres Schlaganfallrisiko als Menschen, die einmal pro Woche saunierten.
Das ist eine beeindruckende Zahl, aber keine persönliche Empfehlung, von nun an täglich in die Sauna zu gehen. Die Teilnehmenden waren an die finnische Sauna gewöhnt, und ihr Lebensstil könnte die Ergebnisse beeinflusst haben. Außerdem ging es vor allem um traditionelle Saunen mit Temperaturen von etwa 80 Grad oder mehr.
Auch Ihr Gehirn profitiert von einem Saunagang
Männer, die vier- bis siebenmal pro Woche in die Sauna gingen, hatten während des Untersuchungszeitraums ein geringeres Risiko für Demenz und die Alzheimer-Krankheit als Männer, die einmal pro Woche saunierten, laut einer Untersuchung unter 2.315 finnischen Männern. Warum dieser Zusammenhang besteht, ist nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise spielen eine bessere Durchblutung, ein niedrigerer Blutdruck, weniger Entzündungen, mehr Entspannung und soziale Kontakte eine Rolle.
Die Sauna verhindert oder heilt Demenz also nicht, senkt jedoch das Risiko.
Warme Luft kann angenehm für die Atmung sein
Ein Saunabesuch kann den Atemwegen vorübergehend ein freieres Gefühl geben. Kleine Untersuchungen bei Menschen mit Asthma oder chronischer Bronchitis stellten bei einigen Messungen der Lungenfunktion Verbesserungen fest. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass regelmäßige Saunagänger seltener an bestimmten Atemwegserkrankungen oder Erkältungen leiden. Möglicherweise wirkt sich die Hitze positiv auf das Immunsystem aus.
Saunieren kann Schmerzen lindern
Viele Saunagänger spüren selbst, dass Wärme bei steifen Muskeln und Gelenken angenehm ist. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Saunabäder unter anderem Schmerzen und Beschwerden bei Arthrose, rheumatoider Arthritis, Fibromyalgie und Spannungskopfschmerzen lindern können. Wärme regt die Durchblutung an und kann dazu beitragen, dass sich die Muskeln entspannen. Außerdem werden möglicherweise mehr Endorphine freigesetzt. Dabei handelt es sich um körpereigene Stoffe, die zu einem angenehmen und entspannten Gefühl beitragen.
So genießen Sie die Sauna laut wissenschaftlichen Erkenntnissen verantwortungsvoll
- Eine traditionelle finnische Saunarunde dauert normalerweise fünf bis zwanzig Minuten. Länger zu bleiben ist nicht automatisch besser.
- Trinken Sie ausreichend Wasser.
- Verzichten Sie möglichst darauf, Sauna und Alkohol zu kombinieren. Alkohol erhöht das Risiko für Dehydrierung, einen starken Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen und Unfälle.
- Kühlen Sie sich langsam ab. Ein plötzlicher Sprung in eiskaltes Wasser kann das Herz belasten. Das ist besonders für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu beachten.
- Beenden Sie den Saunagang sofort, wenn Sie Brustschmerzen, starke Atemnot, Übelkeit oder heftigen Schwindel verspüren.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte man für gesundheitliche Vorteile in die Sauna gehen?
Viele finnische Untersuchungen stellten die günstigsten Zusammenhänge bei vier bis sieben Saunabesuchen pro Woche fest. Das beweist jedoch nicht, dass jeder so häufig gehen sollte. Beginnen Sie in Ruhe und wählen Sie eine Häufigkeit, bei der Sie sich wohlfühlen.
Wie lange darf man in der Sauna bleiben?
Ein Saunagang von fünf bis 20 Minuten ist üblich. Erfahrung, Temperatur und die persönliche Gesundheit spielen eine Rolle. Verlassen Sie die Sauna, sobald die Hitze unangenehm wird.
Kann die Sauna Sport ersetzen?
Nein. Ihre Herzfrequenz steigt zwar, aber Ihre Muskeln werden nicht in gleichem Maße beansprucht wie bei körperlicher Bewegung. Die Sauna kann einen gesunden Lebensstil ergänzen, ersetzt aber weder Spaziergänge noch Radfahren oder Krafttraining.
Ist täglicher Saunabesuch sicher?
Für viele gesunde, erfahrene Saunagänger kann eine regelmäßige Nutzung gut verträglich sein. Tägliche Saunabesuche sind jedoch nicht für jeden geeignet. Steigern Sie die Häufigkeit langsam und besprechen Sie Unsicherheiten oder gesundheitliche Beschwerden mit Ihrem Arzt.
Und nun sind wir gespannt: Gehen Sie vor allem wegen der Ruhe in die Sauna, oder bemerken Sie auch Veränderungen bei Ihrem Schlaf, Ihren Schmerzen oder Ihrer Energie?
